Bounty Project - English Version

Bounty Project

Bounty-Project - English Version

Bounty Project

Chronologie

Ein gemeinnütziges Sozialprojekt des pad e.V.

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Die Geschichte der Meuterei auf der Bounty

Eine Chronologie der Ereignisse

23.12.1787

 

Die "Bounty" verläßt mit 46 Mann an Bord Spithead / England mit Kurs auf Tahiti. Sie hat den Auftrag, Setzlinge des Brotfruchtbaumes von Tahiti nach Jamaika zu bringen.

4.-10.1.1788

Proviantaufnahme in Teneriffa

23.3.-22.4.1788

 

Vergebliche Versuche, Kap Hoorn zu passieren. Deshalb befiehlt Bligh, Richtung Westen um das Kap der Guten Hoffnung zu segeln

22.5.-01.07.1788

Generalüberholung der "Bounty" in der Falsebucht bei Kapstadt.

20.08.-04.09.

 

Nach über 6.000 sm legt die Bounty in der Abenteuerbucht auf Van Diemen’s Land (Tasmanien) einen Zwischenstopp zur Proviantaufnahme und Ausbesserungsarbeiten ein.

19.09.1788

 

 

Captain Bligh entdeckt südöstlich von Neuseeland in den subarktischen Gewässern die unbewohnte und nur von Seevögeln und Robben besiedelte Bounty-Insel (heute Neuseeland)

09.10.1788

 

Auf der Reise der Bounty ist das erste Opfer zu beklagen. Der Matrose James Valentine stirbt nach einer Behandlung durch den Schiffsarzt an einer Blutvergiftung.

26.10.1788

 

Ankunft auf Tahiti. Die Bounty ankert in der Matavai-Bucht, die Bligh bereits von seinem früheren Aufenthalt im Jahre 1777 mit Captain James Cook kennt.

Okt. 1788 –

April 1789

 

(07.11.1788)

 

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Unter Anleitung des Botanikers Nelson und unter Aufsicht von Fletcher Christian werden die Brotfruchtschösslinge gesammelt. Die Arbeit beginnt am 07.11. und ist in kürzester Zeit beendet. Innerhalb von nur 8 Tagen sammelt die Bounty-Crew 774 Jungplanzen, die ohne Probleme in der dafür vorgesehenen Hauptkabine der Bounty Platz gefunden hätten.

Da die Bounty jedoch viel später als ursprünglich geplant in Tahiti landete, war es für die befohlene Weiterfahrt durch die Endeavour-Straße (heute Torres-Straße) bereits zu spät, denn von November bis April ist diese Passage wegen ungünstiger Westwinde und der beginnenden Taifun-Saison unpassierbar. Die Brotfruchtsetzlinge müssen kultiviert und für die lange Überfahrt vorbereitet werden. Die Besatzung verbringt die 6 Monate an Land. Sie genießt ein Leben wie im Paradies und im tropischen Überfluss. Sie feiern üppige Feste und frönen dem Müßiggang. Viele gehen Beziehungen mit tahitianischen Frauen (vahines) ein, bei einigen entwickelt sich eine feste Beziehung, aus der auch Kinder hervorgehen. Fast jeder Bounty-Matrose hat unter den Tahitianern einen speziellen Freund (taio oder hoa). Nach traditionellem Brauch steht ihnen damit das Recht zu, von dessen Haus und Eigentum Besitz zu ergreifen, einschließlich der Ehefrau.

 

09.12.1788

Thomas Huggan, der an chronischer Trunksucht leidende Schiffsarzt der Bounty stirbt am 09.12.17888 auf Tahiti und wird als erster Engländer unter großer Anteilnahme der Bevölkerung an Land bestattet.

05.01.1789

 

22.01.1789

Am 05.01.1789 desertieren 3 Besatzungsmitglieder (Churchill, Muspratt, Millward) unter Entwendung eines Beibootes und Mitnahme von 8 Gewehren und Munition. Die Flüchtigen verstecken sich auf Tetiaroa (Tethuroa), werden jedoch am 22. Januar wieder gefasst und in Eisen gelegt. Als Bestrafung erhalten sie 4 Dutzend Peitschenhiebe (Churchill erhält 2 Dutzend Hiebe). Normalerweise wird Desertion in der britischen Marine mit dem Tode durch den Strang bzw. mit 500 Peitschenhieben bestraft. Selbst bei mildernden Umständen beträgt die übliche Strafe immer noch 12 Dutzend Hiebe.

04.04.1789

 

Die "Bounty" verläßt Tahiti mit 1.015 Brotfrucht-Setzlingen in 774 Pflanztöpfen, 39 Zubern und 24 Kästen an Bord und nimmt Kurs auf Jamaika.

05.04.1789

Die Bounty steuert die Insel Huaheine (Huahine) an

11.04.1789

Captain Bligh entdeckt die zu den Cook-Inseln gehörende Pazifikinsel Aitutaki (Whytootackee/Hwaitutakki), ohne jedoch an Land zu gehen.

23.04.-26.04.1789

 

 

 

Die Bounty erreicht die 1.700 Meilen westlich von Tahiti gelegene Insel Nomuka(Namoka, Annamooka), die zu den Freundschaftsinseln (heute Tonga) gehört. Fletcher Christian erhält den Auftrag, im Beiboot an Land zu gehen und die Trinkwasservorräte aufzufrischen. Bligh erteilt ihm den Befehl, zwar Waffen mitzunehmen, diese jedoch im Boot zu lassen. Nachdem Christian und seine Leute von kriegerischen Tonganern mit Speeren und Keulen attackiert werden, treten sie den Rückzug an. Bligh beschimpft Christian vor versammelter Mannschaft als „feigen Hund“.

27.04.1789

Bligh bezichtigt Christian öffentlich des Diebstahls von einigen seiner Kokosnüsse, die als Geschenke der Tahitianer zu Hauf an Deck lagerten.

28.4.1789

 

 

 

 

 

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Meuterei auf der "Bounty". Fletcher Christian hat Morgenwache von 4.00 – 8.00 Uhr. Zusammen mit 11 weiteren Besatzungsmitgliedern überwältigen sie den schlafenden Bligh in seiner Kajüte und bemächtigen sich der Waffen an Bord. Fletcher Christian übernimmt das Kommando über die Bounty. In der Nähe der Tonga-Insel Tofua wird Captain Bligh zusammen mit 18 seiner Getreuen im Südpazifik von den Meuterern im großen Beiboot von 23 Fuß Länge ausgesetzt. Sie erhalten 28 Gallonen Wasser (= 127,25 l) und Proviant für ca. 5 Tage: 150 Pfund Schiffszwieback/ “Brot“, 16 Stck. Schweinefleisch zu je 2 Pfund, 6 Quart Rum (= 6,8 l ) sowie 6 Flaschen Wein, ausreichend, um die nah gelegene Insel Tongatabu zu erreichen. Außerdem erlauben die Meuterer, Tauwerk, Segel, eine Kiste Handwerkszeug, einen Quadranten, einen Kompass und 4 Hirschfänger mitzunehmen. John Samuel, dem Schreiber gelingt es, unbemerkt auch Bligh’s Tagebücher sowie ein Buch mit Längen-und Breitengraden ins Boot zu schmuggeln. Im bereits völlig überfüllten Beiboot finden 7 loyale Anhänger Bligh’s keinen Platz mehr und verbleiben auf der Bounty. Die Meuterer werfen fast alle Brotfrucht-Setzlinge über Bord. 

(= 7m /1 ft = 30,48 cm)

29.04.-02.05.1789

 

 

 

Bligh erreicht im offenen Beiboot die etwa 30 Meilen entfernt liegende noch heute aktive Vulkaninsel Tofua, die nordwestlichste der Freundschaftsinseln (Tonga). Die Ausgesetzten versuchen ihre Vorräte aufzufrischen. Doch ihre Ausbeute ist mager. Sie werden von kriegerischen Polynesiern angegriffen. Der Quartiermeister, John Norton, wird von den Angreifern erschlagen, als er an den Strand läuft, um das Hecktau des Bootes loszubinden. Dem Beiboot gelingt die Flucht, indem die Insassen Kleidungstücke ins Wasser werfen und die Angreifer diese herausfischen, anstatt sie mit ihren schnellen Kanus zu verfolgen.

 

Bligh lässt das Segel setzen (das größte der Bounty-Beiboote verfügte über zwei Segelmasten (Vordersegel und Hauptsegel) und nimmt Kurs auf Timor, wo sich die nächstgelegene europäische Niederlassung befindet. (Bligh hatte damals noch keine Kenntnis von der britischen Kolonie, die 1788 auf der nur etwa 400 Seemeilen entfernten Insel Norfolk eingerichtet worden war.)

Mit dem überladenen Boot, zwischen Bordwand und Wasserlinie verbleibt lediglich eine handbreit Luft, sodass standig Wasser geschöpft werden muss, durchquert er als erster Europäer die Fiji-Inseln. Einen Landgang auf den von Kanibalen bewohnten Inseln wagt Bligh nicht. Mehrfach wird das Beiboot von schnellen Segelkanus der Fijianer verfolgt. Dennoch verzeichnet er mit den wenigen Hilfsmitteln alle Inseln, an denen er vorbei segelt, in seinen Karten und zwar so genau, dass die Lagebestimmung der „Bligh-Inseln“ selbst heute noch Bestand hat.

 

Um ihr Überleben zu sichern, rationiert Bligh drastisch die Nahrungsportionen. Täglich erhält jeder Bootsinsasse lediglich 2 Rationen, bestehend aus 1/25 Pfund Brot (= 18,14g) und 1 Gill Trinkwasser (0,142l). Mit Hilfe einer aus zwei Kokosnussschalen gebauten Waage und einer Pistolenkugel (1 Kugel = 1/25 Pfund) wurden die Rationen abgewogen. Dass stürmisch nasskalte Wetter ist ihr großes Glück, da sie die Wasservorräte mit Regenwasser auffrischen können. Dazu gab es gelegentlich ½ Unze Schweinefleisch (=14,2g) und einen Teelöffel Rum. Trotz ausgelegter Angelschnur fangen sie keine Fische. Gelegentlich gelingt es ihnen, einen Seevogel (Tölpel) zu fangen. Der Vogel wird samt Schnabel, Eingeweide, Füßen und den im Magen befindlichen unverdauten Fischen in 18 gleiche Teile zerlegt und roh verzehrt. Die Verteilung der Portionen vollzieht sich dabei nach einem von Bligh zelebrierten festen Ritual: „Wer soll das haben?“ Zu jeder Mahlzeit darf ein anderer Bootsinsasse, der mit dem Rücken zu den aufgeteilten Portionen sitzt, bestimmen, wer die betreffende Ration erhält, auf die jeweils ein anderer zeigt. Auf diese Weise hat jeder dieselbe Chance, das beste oder schlechteste Stück zu bekommen.

28.05.1789

 

 

Captain Bligh erreicht mit seinen Leuten das Große Barriere-Riff vor der Nordost-Küste Neu-Hollands (Australien). Doch zuerst muss eine sichere Passage durch die gefährlichen Strömungen und hohen Brandungswellen des Riffs gefunden werden. Dank Bligh’s hervorragenden nautischen Kenntnissen findet er auch die ersehnte Durchfahrt und gelangt durch die noch heute nach ihm benannte „Bligh’s Entrance“ in den inneren Riffbereich.

29.05-03.06.1789

 

 

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Bligh setzt die Fahrt entlang der Küste Richtung NW fort. Mehr tot als lebendig gehen sie auf einer kleinen Insel an Land, auf der sie Trinkwasser, Beeren und Vogeleier sowie auf den vorgelagerten Klippen auch Austern und Muscheln finden. Auf der von Bligh Restoration-Island genannten Insel verbringen sie 2 Nächte, um sich von den Entbehrungen der bisherigen Fahrt zu erholen. Bligh und seine Leute laufen noch einige andere Inseln an, um nach Wasser und Essbarem zu suchen: am 31.05.1789 die Sonntags-Insel, einem nach dem Ankunftstag benannten winzigen Eiland im inneren Barriere-Gürtel, die Schildkröten-, Mittwochs- und Tölpel-Insel. Am 03. Juni verlässt Bligh die Küste Neu-Holland Richtung Timor. Es liegen noch strapaziöse 1.300 Meilen vor ihnen.

30.05.-31.05.1789

 

 

 

Fletcher und die Meuterer erreichen mit der Bounty die 350 Meilen südlich von Tahiti gelegene Insel Tubuai. Captain Cook hatte die Insel 1777 auf seiner 3. Seereise gesichtet, ohne an Land zu gehen. Die Bounty wird von über 50 bewaffneten Kanus mit fast 1.000 Kriegern angegriffen. Fletcher lässt das Feuer eröffnen. Von den Angreifern werden 11 Männer und 1 Frau getötet. Fletcher ist entschlossen, auf Tubuai zu siedeln. Weil es auf der Insel jedoch keine Ziegen, Schweine und Hühner gibt, und auch die Tubuai-Frauen nicht so liebenswert sind wie die Tahitianerinnen, beschließt Fletcher, mit der Bounty nach Tahiti zu segeln, um Lebendvieh und Frauen zu holen.

05.06.-18.06.1789

 

 

 

 

 

Die Bounty kehrt zwischenzeitlich nach Tahiti zurück, wo 16 Meuterer und die an Bord verbliebene Bligh-Gefolgsleute zurück bleiben. Mit 312 Schweinen, 38 Ziegen, 8 Dutzend Hühnern, dem 1777 von Cook auf Tahiti als Geschenk zurückgelassenen Ochsen und 1 Kuh, diversen Hunden und Katzen sowie 9 tahitianischen Männern, 10 Fdrauen und 1 Kind (Mädchen) sticht die Bounty wieder in See. An Bord befinden sich noch 25 Mann Besatzung. Beim Auslaufen aus der Matavai-Bucht läuft die Bounty auf der Dolphin-Bank auf Grund, kommt aber zum Glück ohne größeren Schaden rasch wieder frei. Die Bounty verliert einen Schiffsanker, der später von der HMS Pandora geborgen wird. Hätte die Bounty bei einem größeren Schiffsschaden zur Reparatur noch länger auf Tahiti bleiben müssen, wären die Meuterer von der 150 t-Brigg „HMS Mercury“ unter Captain John Henry Cox angetroffen worden, die am 12.08.1789 in Tahiti eintraf und dort 3 Wochen vor Anker lag, ehe sie wieder abfuhr. Die Mercury segelte unter schwedischer Flagge .

12.06.1789

Nach tagelanger Fahrt über das offene Meer entdecken Bligh und seine Gefährten am Morgen des 12. Juni endlich die Küste Timors. Sie gehen an Land.

14.06.1789

 

Am Sonntag, dem 14.Juni erreicht Bligh mit seinen 17 Gefährten nach 49 Tagen und 3618 Meilen Fahrt im offenen Boot das ersehnte Ziel, die holländische Niederlassung Coupang auf Timor. Bligh lässt die britische Flagge setzen und bittet um Erlaubnis, an Land gehen zu dürfen. Er wird von Captain Spikerman mit allen Ehren empfangen. Fryer erhält den Befehl, im Beiboot zu bleiben und auf das Boot aufzupassen.

23.06.-17.09.1789

 

 

 

 

 

 

 

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Die Bounty erreicht erneut die Insel Tubuai. Fletcher freundet sich mit dem mächtigsten der 3 lokalen Stammeschefs, Häuptling Tamatoa, an. Er begeht jedoch zwei kapitale Fehler, die die Tubuaier gegen die Ankömmlinge aufbringt.

Fletcher siedelt im Gebiet des rangniederen Häuptlings Taaroatohoa, was für Tamatoa eine Beleidigung darstellte und er deshalb Rache schwor.

Fletcher lässt die über 300 Schweine auf der Insel frei herumlaufen. Diese verwüsteten ständig die Pflanzungen und Gärten der Tubuaier, was die Bevölkerung gegen die Siedler aufbrauchte.

Fletcher lässt in Strandnähe ein Fort („Fort George“) errichten, ca. 50 x 50 m) mit einem 6 Meter hohen Erd- und Steinwall, der an seinem Fuß 5,50m mächtig war. Das Fort war von einem Graben umgeben und nur über eine Zugbrücke begehbar. An jeder Ecke wurde eine Kanone von der Bounty sowie ein Reling-Geschütz (Brasse) stationiert. Das Fort wurde jedoch nie fertig gestellt, Überreste und Spuren lassen sich noch heute auf der Insel finden.

Die schwedische Brigg Mercury segelt am späten Abend des 09. August nur 2 Meilen an Tubuai vorbei, ohne in der Dunkelheit die Bounty zu entdecken. Die Besatzung sichtet jedoch an Land Feuerstellen und feuert zwei Kanonen ab, die nicht erwidert werden. Das Schiff segelt weiter und erreicht am 12.08. Tahiti.

09.08.1789

Zermürbt durch die ständigen Attacken und Disziplinlosigkeiten, die lästigen Mückenschwärme und Rattenplage gibt Fletcher auf und segelt nach Tahiti zurück. Die Waffen, Kanonen und andere Ausrüstungsgegenstände nimmt er mit.

Juli/August 1789

 

 

Der Botaniker David Nelson stirbt am 20.07.1789 am Sumpffieber und an den Strapazen der Bootsfahrt.

Captain Bligh kauft auf Timor für 1.000 Reichstaler einen 34 Fuß-Schoner, um damit die 1.800 Meilen nach Batavia zu segeln, wo er die holländische Flotte erreichen wollte, die im Oktober nach Europa auslaufen sollte. Aufgrund der Piratengefahr lässt er das „HMS Resource“ getaufte Schiff bewaffnen.

20.08-12.09.1789

Bligh segelt unter Begleitschutz mit der HMS Resource nach Surabaya, einer holländischen Niederlassung an der Nordküste der Insel Java, wo er am 12. September ankommt. .

10.09.1789

 

Zermürbt durch die ständigen Attacken und Disziplinlosigkeiten, die lästigen Mückenschwärme und Rattenplage gibt Fletcher Christian auf und lässt über den weiteren Aufenthalt auf Tubuai abstimmen. Mit 16 gegen 9 Stimmen fällt die Entscheidung für eine Rückkehr nach Tahiti.

17.09.1789

Die Bounty segelt mit allen Meuterern, den Tahitianern und einigen Tubuaiern nach Tahiti zurück. Die Waffen, Kanonen und andere Ausrüstungsgegenstände werden mitgenommen.

22.09.1789

 

 

 

 

 

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Die Bounty geht erneut in der Matavai-Bucht vor Anker. 9 Meuterer und die an Bord verbliebenen 7 Bligh-Gefolgsleute bleiben auf Tahiti zurück. Christian erfährt von einer Verschwörung der Tahitianer, die gegen das Schiff geplant ist, auf dem sich nur noch 9 Mann Besatzung befinden. Fletcher beschließt, unverzüglich wieder auszulaufen. Damit genügend Frauen an Bord sind, laden sie zu einem Fest ein. 19 Frauen folgen der Einladung. Die Frauen werden betrunken gemacht und in der Nacht lässt Fletcher den Anker kappen (dieser Anker befindet sich heute im Fiji-Museum). Als die Frauen am nächsten Morgen bemerken, dass sich die Bounty bereits außerhalb des Riffs befindet, springt eine von ihnen über Bord und schwimmt an das noch in Sichtweite befindliche Land zurück.

6 Tahitianerinnen, die für „zu alt“ befunden werden, lässt Fletcher auf Moorea an Land setzen. Damit befanden sich 12 Frauen an Bord, genug für die 9 Meuterer und die 3 Polynesier (darunter 2 von Tubuai), denen erlaubt war, an Bord zu kommen. Als kurz darauf jedoch noch weitere 3 Tahitianer als „blinde Passagiere“ auf der Bounty entdeckt werden, begeht Fletcher den verhängnisvollen Fehler, ihnen zu erlauben, auf dem Schiff zu bleiben, anstatt sie auf Moorea von Bord zu weisen.

17.09.-01.10.1789

 

Bligh geht mit der Resource erneut unter Segel und fährt in Begleitung drei kleinerer Schiffe (Proas) Richtung Batavia. Über Samarang (Ankunft am 22.09.) erreicht er am 1. Oktober die Reede von Batavia, auf der ein holländisches Kriegsschiff und 20 holländische Ostindenfahrer ankern.

10.10.1789

Durch die Versteigerung der Resource (250 Reichstaler) und des Bounty-Beibootes finanziert Captain Bligh seine Schiffspassage nach Europa.

11.10.1789

Der Bounty-Schiffskoch Thomas Hall stirbt an den Folgen einer Ruhrerkrankung in Batavia.

16.10.1789

 

Captain Bligh verlässt Batavia zusammen mit seinem Schreiber John Samuel und seinem Diener John Smith auf dem holländischen Postschiff „Vlydte“ Richtung Kapstadt.

 

Von den in Batavia zurückgebliebenen Bligh-Gefolgsleuten sterben kurz nach Bligh’s Abreise Peter Linkletter und William Elphinstone an Malaria. Robert Lamb stirbt während seiner Schiffspassage nach Südafrika wahrscheinlich ebenfalls an Malaria. Thomas Ledward ging am 17.11.1789 an Bord des holländischen Schiffes Welfare, das auf der Rückreise unterging, ohne dass es Überlebende gab. Alle übrigen kehren später mit Schiffen der holländischen Ostindienflotte nach England zurück.

Okt./Nov. 1789

Auf der Suche nach einer unbewohnten Insel entdeckt Fletcher mit der Bounty die Insel Rarotonga (Cook-Inseln), er geht an Land, um Obst, Proviant zu tauschen und die Wasservorräte aufzufrischen. Später segelt die Bounty auch zu den Inseln Ono-I-Lau (Fiji) und Tongatapu (Hauptinsel von Tonga). Insgesamt legt Fletcher Christian mit der Bounty 7.800 Meilen zurück.

16.12.-1789- 02.01.1790

 

Bligh erreicht Kapstadt, wo er 14 Tage auf eine Schiffspassage zur Weiterfahrt nach England wartet und sich von einer Malariaerkrankung erholt, die er sich noch auf Batavia zuzog. Am 02. Januar 1790 segelt er auf erneut auf der Vlydte nach England.

15.1.1790

 

 

Zusammen mit 8 Meuterern sticht Fletcher Christian nach nur 16 Stunden Aufenthalt mit der Bounty sofort wieder in See. Sie werden begleitet von 6 tahitianischen Männern, 12 Frauen und einem 9 Monate altem Baby. Nach langer Irrfahrt auf der Suche nach einer unbewohnten Insel finden die Meuterer schließlich am 15.1.1790 die Insel Pitcairn, deren Lage in den Karten falsch eingetragen war.

23.1.1790

 

Die "Bounty" wird auf Pitcairn ausgeschlachtet und anschließend aus Furcht vor Entdeckung des Verstecks verbrannt.

14.3.1790

 

Captain Bligh trifft wieder in Portsmouth ein und beantragt ein Gerichtsverfahren gegen die Meuterer. Bereits 10 Tage später gibt der König den Befehl, ein Schiff zu entsenden, um die „Piraten“ der Bounty zu ergreifen.

22.10.1790

In Spithead/London wird Bligh vor Gericht zum Verlust der Bounty und Hergang der Meuterei angehört.

07.11.1790

Das englische Kriegsschiff, die 1779 gebaute 24-Kononen-Fregatte HMS Pandora segelt mit 160 Mann Besatzung unter Captain Edward Edwards von England über Rio de Janeiro und Kap Hoorn Richtung Tahiti ab. Unter ihnen auch der Bounty-Matrose Thomas Hayward, der mit Captain Bligh die Fahrt von Tofua nach Coupang mitgemacht hatte und später ebenfalls unversehrt nach England zurückgekehrt war.

16.03.1790

Captain Edwards entdeckt die Insel Ducie, die zu Pitcairn Island gehört. Die Pandora segelt dicht an Pitcairn vorbei, ohne die Insel zu sichten. Am 17. März entdeckt Edwards die Insel Marutea

23.3.1791

 

Die "Pandora" trifft in Tahiti ein. 14 der 16 auf Tahiti gebliebenen Besatzungsmitglieder der "Bounty" - Matthew Thompson und Charles Churchill waren zuvor bereits bei Streitereien getötet worden -werden festgenommen oder stellen sich freiwillig. Sie werden an Bord der Pandora in einem „Pandora-Box“ genannten Käfig gefangen gehalten.

15.04.1791

Bligh erhält das Kommando für eine zweite Brotfruchtreise nach Tahiti.

08.05.1791

 

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Die Pandora segelt mit 14 Gefangenen an Bord zusammen mit dem Schoner Resolution von Tahiti ab. Captain Edwards hatte die Resolution als Enterprise (Kriegsbeute) von den „Bounty-Piraten“ beschlagnahmt. Das Schiff war von den Meuterern unter Anleitung von James Morrison auf Tahiti gebaut worden. Ihnen hatte für den Schiffsbau weder Zeichnungen und andere Unterlagen, noch Spezialwerkzeuge, Bohrer etc. zur Verfügung standen. Die Resolution war ein in Klinkerbauweise aufgelegter Segelschoner von 31 Fuß Länge (= 9,50 m) mit einem halbgeschlossenen Deck, seetüchtig genug, um damit Batavia oder die amerikanische Nordwest-Küste zu erreichen. Die Planken in den Ausmaßen 30 ft x 8’’ x 1,5’’ (9,5 m x 20 cm x 4 cm) waren von den Meuterern mit kleinen Handsägen mühselig aus ganzen Baumstämmen herausgesägt worden, die dafür extra aus dem Landesinneren herbeigeschafft werden mussten. Für eine einzige Planke benötigten sie auf diese Weise zwei Tage! Häufig genug kam es vor, dass die Planken, als man sie über dem Feuer gebogen hat, einfach durchbrachen. Dann musste die ganze Arbeit wiederholt werden. Nach sieben harten Monaten war die Resolution schließlich fertig gestellt. Sie hatten für die Resolution auch extra einen Bootsschuppen an Land errichtet, das ihnen vom Matavai-Häuptling Poeno zur Verfügung gestellt wurde. Die Schiffsbaustelle lag eine dreiviertel Meile landeinwärts in der Nähe von Point Venus. Von hier konnten die Meuterer die 18 t schwere Resolution die Strecke zum Strand nur unter tatkräftiger Mithilfe der Tahitianer bewegt werden, um sie ins Wasser lassen zu können. (Quelle: Greg Dening, Mr. Bligh’s bad Language. Passion, Power and Theatre on the Bounty, Cambridge 1992, S. 214ff)

Mai 1791

 

 

 

 

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Edwards beordert einige seiner Besatzungsmitglieder auf die Resolution und überträgt das Kommando William Oliver. Es zeigt sich, dass die Resolution, obwohl unter primitivsten Bedingungen gebaut, wendiger und schneller als die Pandora ist. Der Auftrag Edwards lautete, die Meuterer unter Fletcher Christian auf den Leeward Inseln (Huanine, Bora-Bora), Aitutaki, auf den Tonga-Inseln, d.h. westlich von Tahiti zu suchen. Die beiden Schiffe kreuzen auf der Suche nach den vermissten Meuterern mehrere Wochen erfolglos in der Südsee. Dabei werden die Inseln Rotuma (Fiji) und Carysfort (eine zum Tahiti-Atoll Tuamotu gehörende Insel) entdeckt. Auf dem Palmerston-Atoll (Cook Inseln) entdeckt ein ausgesandtes Boot eine von der Bounty stammende Rahe mit der Aufschrift „ Bounty’s Driver Yard“. Es wird eine umfassende Suche organisiert, die jedoch erfolglos bleibt. Offenbar stammt die Rahe von der Bounty, als die Meuterer auf Tubuai siedelten und diese über das Meer nach Palmerston abgetrieben ist. Am 24.Mai geht ein Rettungsboot mit 5 Seeleuten, das durch eine Bö auf die offene See abgetrieben wird, verloren. Die Pandora versucht noch 5 Tage vergeblich, die Vermissten zu finden, ehe sie ihre Suche nach den Meuterern fortsetzt.

Juni 1791

 

Die Pandora und die Resolution laufen am 06. Juni die Insel Atafu (Duke of York’s Island/Tokelau Island) an, am 12. Juni wird die zu Tokelau gehörende Insel Nukunono entdeckt, danach segeln die Schiffe zu den Samoa-Inseln Savaii (18. Juni) und Tutuila (21. Juni) Atafu, Tutuila, Niuafo'ou, Wallis,

22.06.1791

 

 

Während eines Sturmes verliert die Pandora den Kontakt zur Resolution. Edwards sucht noch 2 Tage nach dem Schoner und segelt weiter zur Insel Anamooka (Nomuka), dem vereinbarten Treffpunkt, um auf die Resolution zu warten. Am 29. Juni geht die Pandora hier vor Anker. Nach einigen Tagen segelt die Pandora weiter, besucht die Insel Tofua und erreicht am 16. Juli Upolu (West-Samoa). Keine Spur von der Resolution und den Meuterern. Die Pandora kehrt am 28. Juli nach Nomuka zurück.

02.08.1791

 

Edwards beschließt, mit der Pandora zurück nach England zu segeln und verlässt Nomuka. Auf dem Weg zur Endeavour-Straße entdeckt Edwards noch einige unbekannte Inseln, u.a. Rotuma. Am 13.08. passiert die Pandora die Santa Cruz-Inselgruppe.

03.08.1791

Captain Bligh startet mit der HMS Providence von London aus zu seiner zweiten “Brotfrucht-Reise” Richtung Südsee.

28.8.1791

 

Die "Pandora" erleidet vor dem Großen Barriere Riff Schiffbruch und sinkt. Dabei kommen 35 Seeleute ums Leben, darunter 4 Gefangene von der Bounty ( John Summer, Richard Skinner, George Stewart und Henry „Heinrich“ Hillbrandt, ein aus Hannover stammender Deutscher). Das Wrack der Pandora wird erst im November 1977 von Tauchern entdeckt.

13.09.1791

 

 

 

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In 4 Beibooten segeln die Überlebenden auf der Bligh-Route nach Ostindien. Am 13. September sichten sie Timor und landen am 15.09. in Coupang.

Am 6. Oktober gehen Edwards und seine Leute sowie die 10 Bounty-Gefangenen an Bord des holländischen Ostindienfahrers “Rembang”. Am 30. Oktober erreichen sie Samarang (Java). Hier treffen sie den Schoner Resolution unter Captain William Oliver wieder. Die Besatzung des Schoners stand jedoch unter Arrest, weil die Holländer durch Bligh’s Bericht über die Meuterei alarmiert, das relativ neue Schiff ohne gültige Papiere verdächtig fanden.

Am 7. November 1791 erreichen die Rembang und die Resolution Batavia. Edwards verkauft die Resolution*. 300 Guineen verteilt er als Prisengeld unter der Pandora-Besatzung. Bis zu seiner Abreise auf der Vreedenberg sterben noch 16 Pandora-Crewmitglieder am tropischen Fieber. Im Januar 1792 sticht die Vreedenberg Richtung Kapstadt in See, an Bord auch die 10 Bounty-Meuterer als Gefangene. Am 18.März erreicht die Vreedenberg Kapstadt.

Am 6.April 1792 segeln Edwards und die 10 Bounty-Gefangenen mit der HMS Gorgon nach England, wo das Schiff am 19. Juni 1792 vor Anker geht.

(*Die Resolution verließ später Ostindien und wurde als Handels- und Versorgungsschiff im Pelztierhandel vor der Nordwestküste Nordamerikas eingesetzt. Weiterhin ist bekannt, dass sie eine Rekordüberfahrt von China nach Hawaii unternommen hat und ihre Tage schließlich als Kauffahrer im Chinahandel beendete. Quelle: Greg Dening, Mr. Bligh’s bad language, S. 215)

21.06.1792

Die Bounty-Meuterer werden am 21. Juni an Bord der HMS Hector gebracht, wo sie auf ihren Prozess warten.

19.07.1792

 

Bligh segelt mit der Providence und der Assistant aus der Matavai-Bucht ab. An Bord: 2.126 Brotfruchtpflanzen, 472 andere Pflanzen und 36 „kuriose Arten“.

August/Sept. 1792

Über die Insel-Gruppen Aitutaki, Vavau, Haapai (Tonga), Fiji und Neue Hebriden erreicht Bligh nach 19 Tagen die Endeavour-Straße.

12.09.1792

 

Beginn des Seegerichtsprozesses gegen die Meuterer in Portsmouth auf der HMS Duke. Den Vorsitz führt Vize-Admiral Samuel Lord Hood. In Abwesenheit von Captain Bligh treten als Zeugen auf: von der Bounty John Fryer, William Cole, William Packover, William Purcell, Thomas Hayward, John Hallet und John Smith; von der Pandora sagen aus: Captain Edwards und John Larkin (1. Offizier)

17.09.1792

Den Angeklagten wird zum ersten mal erlaubt, sich vor Gericht zu den Anschuldigungen zu äußern und ihr Verhalten zu rechtfertigen.

18.09.1792

 

 

 

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Verlesen der Anklage und Verkündung der Strafen:

Für schuldig befunden und verurteilt zum Tode durch den Strang:

Heywood, Morrison, Burkett, Ellison, Millward, Muspratt

Vom Vorwurf der Meuterei freigesprochen:

Byrne, Coleman, McIntosh, Norman

Heywood, Morrison und Muspratt legen gegen das Urteil Widerspruch ein.

02.10.-11.10.1792

Captain Bligh kommt in Coupang auf Timor an. Am 11. Oktober segelt er weiter.

24.10.1792

Heywood und Morrison werden vom König begnadigt. Dem Einspruch von Muspratt’s Anwalt wird im Februar 1793 stattgegeben.

29.10.1792

An Bord der "NMS Brunswick" werden die Meuterer Millward, Burkett und Ellison um 11.00 Uhr gehängt.

September 1793

Massaker auf Pitcairn. 11 der 15 Männer, darunter auch Fletcher Christian, werden ermordet.

6.2.1808

Der Walfänger "Topaz" ist nach 18 Jahren das erste Schiff, das Pitcairn anläuft und in der Bounty Bay vor Anker geht

5.3.1829

John Adams, der letzte verbliebene Meuterer stirbt im Alter von 65 Jahren auf Pitcairn

7.3.1831

Evakuierung aller Bewohner von Pitcairn nach Tahiti, weil die Insel übervölkert ist und nicht genügend Lebensmittel produziert werden konnten.

September 1831

Nachdem auf Tahiti 14 Pitcairner gestorben sind, kehren die meisten Evakuierten nach Pitcairn zurück.

1838

Pitcairn wird englische Kolonie.

2.5.1856

Zweite Evakuierung. Alle 187 Bewohner werden nach Norfolk Island bei Neuseeland gebracht.

2.12.1858

Die meisten Evakuierten kehren nach Pitcairn zurück

August 2002

Im Jahr 2002 leben noch 47 Personen auf Pitcairn. Unter ihnen befinden sich 5 Kinder im schulpflichtigen Alter, die die Pulau-Schule besuchen, 2 Jungen im Vorschulalter und ein Teenager.

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„Kinder entdecken die Bounty“
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